Wermut macht Durst

Shownotes

In unserer heutigen Folge geht es um einen Heiratsschwindler, ein Zugunglück und einen durstigen Dieb mit schlechtem Gewissen.

RetroSchnack ist ein Podcast der Mediengruppe Kreiszeitung. Produktion dieser Folge: Melanie Scharfe und Hagen Wolf. Feedback und Anregungen gerne an podcast@kreiszeitung.de.

Impressum: https://www.mediengruppe-kreiszeitung.de

Transkript anzeigen

00:00:07: Moin und herzlich willkommen zu Retro Schnack, der historische Kurz-Podcast der Mediengruppe Greiszeitung.

00:00:13: Ich bin Hagen Wolff und so Gast ist wieder

00:00:15: Melanie Schaffer

00:00:15: Hallöchen.

00:00:16: Moin Melanie!

00:00:17: Wieder ein paar Blicke zurück in unsere Vergangenheit also nicht in unsere sondern die des Landkreises.

00:00:22: Naja

00:00:22: in deine bestimmt schon oder?

00:00:23: Ja fast.

00:00:25: Im Mai nineteen fünfundfünfzig wurde in Pferden einen Heiratsschwindler festgenommen war ein dreißigjähriger Schlachter und er hatte drei Frauen die Ehe versprochen.

00:00:35: Heiratsspindel ist nicht mehr Frauen, die Ehe verspricht.

00:00:39: Was denkst du?

00:00:40: Ja also wenn man ... halt Heiratit und dann die nächste einfach

00:00:43: Heirate.

00:00:44: Also mehr

00:00:45: Betrügen

00:00:46: und Belügen!

00:00:47: Ja, Heiratschwindel ist unter anderem auch wenn du Frauen nicht nur die Ehe versprichst sondern daraus auch materielle Vorteile hast also wenn sie dir Geld gibt oder du irgendeine Sachleistung bekommst.

00:00:57: Und da wurde einer festgenommen und zwar hat er drei Frauen die E he versprochen.

00:01:01: Er hatte eine Frau aus Oldenburg die ehe versprochen und von der bekam er dafür zwei tausend fünfhundert Mark Aus welchen Gründen auch immer?

00:01:08: Dann hat er eine Frau aus Bremen die Ehe versprochen.

00:01:11: Was meinst du, was sie von der bekommen?

00:01:14: Ich würde sagen auch so zweitausend Mark.

00:01:16: Dreißig Mark.

00:01:17: Dreizig

00:01:17: Mark!

00:01:17: Das war

00:01:18: ja kein guter Fang dann.

00:01:19: Schon ziemlich runtergehandelt.

00:01:22: und er hatte einer Frau aus Pferden die Eher versprochen, was begann wir von der?

00:01:25: Aus Pferde weiß ich nicht.

00:01:28: Vielleicht fünfhundert

00:01:29: Mark?

00:01:30: Radio.

00:01:31: Ach, ein Radio!

00:01:31: Das wird ja immer schlimmer.

00:01:33: Zum Glück hat er nicht noch mehr Frauen ... Er hätte gar nichts mehr gekriegt.

00:01:36: Echt?

00:01:37: Dann hätten sie irgendwie die kaputten Radios hinterhergeworfen.

00:01:39: Aber

00:01:40: er wurde dann auch gleichzeitig erwischt, weil er wahrscheinlich zu viel Radio gehört hat und wurde auch zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt.

00:01:47: Ja,

00:01:48: zurecht.

00:01:49: Ja genau so was macht man auch nicht.

00:01:50: Nee

00:01:50: absolut nicht.

00:01:51: Wir gehen zurück ins Jahr Ninzehundertfünf.

00:01:55: Oh!

00:01:55: Richtig lange her.

00:01:56: Das ist sogar noch vor deiner Zeit.

00:02:01: Guck mal, da weiß er gar nicht

00:02:01: was du sagen soll.

00:02:05: Ach ja... Also guck mal... Ja ok, sogar noch vor meiner Zeit!

00:02:09: Und zwar Ostern-Ostern-Ninzehundertfünf.

00:02:12: Ich sage es jetzt einfach nur weil ich es ein bisschen ungewöhnlich fand.

00:02:14: der TV Jan Brinkum.

00:02:17: Der hielt an Ostern Ninzehundertfünf am ersten Osterfeiertag seine Generalversammlungen ab und interessanterweise zu spät kommende Mitglieder die mussten zwanzig für nicht Strafe zahlen.

00:02:28: Ach!

00:02:29: Klingt schon hart, oder?

00:02:30: Und wer gar nicht kam, der musste fünftig für die Strafe zahlen.

00:02:33: Das

00:02:33: war doch damals sicherlich wahnsinnig viel

00:02:34: Geld.

00:02:34: Ja das war viel Geld und deswegen waren ja auch immer gut besucht diese ganze Generalversammlung.

00:02:38: Du warst fast jeder da.

00:02:40: Gibt's heute nicht mehr.

00:02:41: Ne, sollte man vielleicht mal wieder einführen.

00:02:42: Nur dann halt statt von Fünfzig-Fenich müssen sie dann fast Bier zahlen oder so.

00:02:47: Ja,

00:02:48: das wäre der heutige Währung.

00:02:50: Wahrscheinlich noch eine traurige Meldung aus dem Jahre Ninzehundertfünf und zwar der Lokomotivführer eines Schnellzugs beim Durchfahren des Kirchweier Bahnhofs aus der Lok, um die Strecke besser zu sehen.

00:03:04: Und bei diesem Herausbeug bemerkt er aber einen Lichtmass nicht.

00:03:09: Wurde am Hinterkopf getroffen und aus der Locomotive geschleutert.

00:03:14: Er lag später seinen Verletzungen und glücklicherweise hat das ein Fahrgast mitbekommen, der dann die Locomotive zum Bremsen gebracht

00:03:20: hat.".

00:03:20: Ach, das ist ja voll abgefahren.

00:03:22: Also erst mal so ein schwer verletzter Lockführer.

00:03:24: also ich kann mir das leider sehr gut bildlich vorstellen.

00:03:26: und dann rennt da irgendwie nach vorne und zieht die Handbremse...

00:03:29: Aber zum Glück war einer da!

00:03:30: Sonst wäre es ein größeres Unglück noch geworden.

00:03:33: Kommen wir zurück nach Diepols.

00:03:35: wieder in den April-Nossternfünfzig im Landkreis DiepolS Ein zweintreißiger jähriger Mann der bezog Stempelgeld.

00:03:42: Weißt du, was Stempelgeld ist?

00:03:43: Nee, kenn ich gar nicht.

00:03:44: Geht's heute gar nicht mehr!

00:03:45: Es war früher ... Wenn du arbeitslos wurdest bekamst du so eine Karte und damit der bist du dann zum Arbeitsamt gegangen Und die haben dir deine arbeitslosen Geldbar ausgezahlt einmal die Woche und dafür hast ein Stempeln bekommen.

00:03:56: Ah okay, verstehe ich auch.

00:03:57: Deswegen heißt das heute wenn man arbeitsloß ist, Stempelen gehen.

00:03:59: Stemplen

00:03:59: gehen ah daher kommt das interessant.

00:04:02: Ich lerne sogar noch etwas richtig.

00:04:03: Ja das weißt du noch.

00:04:04: Ich war ja damals dabei praktisch.

00:04:07: Gut.

00:04:07: Und der hat dann seinen arbeitslosen Geld bekommen, hat das Geld dann investiert unter anderem in zwei Flaschen Wehrmut.

00:04:14: Ach, Wehrmut?

00:04:15: Kennst du Wehrmud?

00:04:16: Das ist so ein Schnaps oder nicht?

00:04:17: Also eigentlich an Gewürz!

00:04:19: Ja, das ist so einen Kräuterlikör, Kräutarwein, fifteen, sechzehn Prozent.

00:04:23: Diese zwei Flraschen Wehremut hatte er dann getrunken in so einem Park und du kennst du den Spruch, den man in Diepol sagt über Wehrmot?

00:04:30: Ne.

00:04:30: Wehmut macht Durst

00:04:32: Okay.

00:04:32: Ja

00:04:33: und er ist dann praktisch, weil der Durst hatte durch diesen Wehrmut in eine Kneipe gegangen... ...und hat dann weiter Bier getrunken und sechs Tassen Fleischbrühe.

00:04:41: Ach okay!

00:04:42: Da wurde langsam bedrunken, hat noch weitere Fleischbrüh geordert was weiß ich warum?

00:04:47: Und er wird es dann von der Kassentraum von hinter der Thege in die Küche gegangen um weitere Fleisch Brühe herzustellen.

00:04:54: Dieses hat der junge Mann ausgenutzt und hat einen Griff in die Kasse getan und hat das Geld an Was in der Kasse war, eine Hand voll mitgenommen ist aus der Kneipe raus und abgehauen.

00:05:03: Jetzt bekam er aber ein schlechtes Gewissen nachdem er abkommen war?

00:05:06: Ja

00:05:06: zu Recht!

00:05:07: Ist wieder zurück zum Wirt hat gesagt immerzu tut mir leid ich hab das Geld... Ich habe es hier gebt dass wieder was man vierzehn mag und er wird halt gesagt du Dieb geben raus als der Kneipel.

00:05:17: Am nächsten Morgen hatte er der diebe hatten schlechtes gewissen bekommen hat seine Frau in die knalbe geschickt hat den wird nochmal von seiner frau sechs mal gegeben Als Entschuldigung schlechten Gewissen, ja.

00:05:30: Und am nächsten Morgen ist sein Freund noch mal in die Kneipe gegangen und hat ihm nochmal fünf Marke gegeben.

00:05:35: Ja, das war eigentlich ganz nett oder?

00:05:37: Ja,

00:05:37: eigentlich ist es total lieb!

00:05:38: Aber du kennst ja die Wirtin Depols.

00:05:40: Nein, nein leider nicht so...

00:05:43: Die vergeben nichts.

00:05:46: Der wird halt ihn angezeigt.

00:05:47: Nein, wirklich?

00:05:48: Ja.

00:05:49: Trotz der Entschädigung von Elfmacht!

00:05:50: Er hat viel mehr Geld bekommen als geklaut wurde aber er hatte ja geklautt und deswegen Straf.

00:05:56: Und er hat ihn angezeigt und es ging auch vor Gericht und der Armekel musste noch mal acht Tage ins Gefängnis.

00:06:02: Ach das

00:06:02: auch

00:06:02: noch.

00:06:03: Oh Mann... Aber da hat er wenigstens zu Essen bekommen oder?

00:06:05: Ja

00:06:06: ohne Flasche Wermuth und weiß ja, Wermouth macht Durst.

00:06:10: Schön dass du da warst.

00:06:11: danke erstmal und wir hören uns nächste Woche wieder.

00:06:14: Bis zum nächsten Mal.

00:06:14: Bis

00:06:15: dann tchau.

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